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Tapas-Guide

    Tapas – köstliches spanisches Essen. Klar und einfach, oder? Vielleicht nicht.

    Dieser Tapas-Guide behandelt alle wesentlichen Mythen, Bräuche und Traditionen, die mit Tapas verbunden sind. Nachdem man diesen Guide gelesen hat, kann man bedenkenlos in eine Tapas-Bar gehen!

    Woher kommt der Name Tapa?

    Zuerst ist es gut zu erwähnen, dass Tapas die Pluralform des spanischen Wortes la tapa ist, also eine Abdeckung oder ein Deckel auf Deutsch. In diesem Guide wird die Pluralform verwendet. Die offizielle Erklärung für das Wort kann so übersetzt werden: eine kleine Portion Essen, serviert mit einem Getränk.

    Es gibt viele Legenden über die Ursprünge von Tapas, von denen sich die meisten darauf beziehen, dass Tapas auf eine Flasche oder ein Glas Wein gelegt wurden, und das Getränk vor ungebetenen, "fliegenden Gästen" bedeckten. Andererseits wird der Ursprung des Wortes damit erklärt, die Auswirkungen des Rausches zu verbergen – oder vielmehr zu lindern –, wie es auch in einer der ersten bekannten Geschichten über die Geburt der Tapas der Fall ist.

    Im 13. Jahrhundert fand König Alfons X., „der Weise“, in Kastilien heraus, dass die Wirkung von Wein beim gleichzeitigen Essen langsamer einsetzt. Er ordnete daher im ganzen Land an, dass eine Portion Essen mit Wein serviert werden sollte.

    Pinchos

    Pincho-Sortiment: Garnelenkroketten, Jungaale und spanisches Omelett

    Wann und wie werden Tapas gegessen?

    Tapas sind immer noch im Grunde ein kleiner Bissen oder ein Snack, der mit einem Bier oder Wein genossen wird. Eine Art Tapas mit einem Getränk wird immer noch in den meisten Teilen Spaniens serviert, genau wie Alfonso X einst verfügte.

    Die Portion kann von Kartoffelkroketten über Oliven bis hin zu warmen Tellern reichen, wie es in Granada üblich ist. Im Gegensatz zum großzügigen Granada ist es in Katalonien üblich, nur Kartoffelchips oder Oliven zu einem Getränk zu servieren.

    Tapas wurden nach dem Zweiten Weltkrieg häufiger, hauptsächlich aufgrund des lebhaften Tourismus. Tapas-Bars haben sich zu spezialisierten Restaurants entwickelt, sogar zu gehobenen Restaurants, die sich hervorragend für Abendessen mit Tapas-Verkostung eignen.

    In Spanien werden Tapas am häufigsten am Tisch geteilt. Die Größe der Gerichte variiert stark, und daher lohnt es sich, den Kellner nach einer Schätzung der Größe der Teller zu fragen. Man sollte nicht vergessen, dass man jederzeit weitere Tapas bestellen kann!

    Garnelen in Chiliöl

    Garnelen in Chiliöl – Gambas al pil pil

    Tapas in verschiedenen Teilen Spaniens

    Die Tapas-Kultur stammt aus Andalusien, der südlichsten Provinz Spaniens, hat sich aber von dort aus im ganzen Land verbreitet. Tapas sind im Spanischen unter mehreren Namen bekannt, wie z. B. Alifara in Navarra oder Poteo im Baskenland.

    Pinchos aus dem Baskenland sind praktisch Tapas, aber das Brot und sein Belag werden von einem Stock, Pincho, durchbohrt. Dieses baskische Essen hat sich seitdem im ganzen Land verbreitet. In Pincho-Bars werden die Gerichte normalerweise ansprechend an der Theke präsentiert, was das Überessen sehr einfach macht.

    Der Kellner/die Kellnerin hinter der Theke legt die Pinchos entweder direkt auf den Teller oder gibt einen leeren Teller, so dass man selbst die Pinchos einsammeln kann. In diesem Fall wird die Rechnung oft aus den leeren Pincho-Stäbchen auf dem Teller berechnet. Man sollte sich jedoch immer mit dem Kellner über die Praxis der jeweiligen Bar informieren, da jede Bar ihre eigenen Praktiken hat.

    Pincho-Bar

    Ein Sortiment in einer Pincho-Bar.

    Jamón, Jamón

    Jamón, oder luftgetrockneter Schinken, verdient einen eigenen Abschnitt, da er eine der häufigsten und beliebtesten Tapas ist. Ein guter Schinken hat eine dunkelrote Farbe und enthält weißes Fett, das einfach auf der Zunge zergeht. Er ist nicht zu verwechseln mit Jamón York, das gekochtem Schinken ist.

    Jamón wird mit einem langen Messer vom Schaft geschnitten. Das Schneiden des Schinkens in durchsichtige, intakte Scheiben ist für die Kellner Ehrensache – und sollte nicht durch Angänger gemacht werden.

    Schinken werden nach der Schweinerasse kategorisiert:

    • Iberico-Schweine haben eine dunkle Farbe und leben nur auf der Iberischen Halbinsel. Schinken von diesen Schweinen wird Jamón Ibérico genannt.
    • Der bekanntere luftgetrocknete Schinken aus hellem Schwein heißt Jamón Serrano.

    Darüber hinaus werden Schinken in drei Haupttypen von Ernährungs- und Lebensbedingungen unterteilt:

    • Jamón de bellota – Schweine aus Freilandhaltung, die mit Eicheln gefüttert werden.
    • Jamón de Cebo de Campo – Schweine aus Freilandhaltung und natürlicher Fütterung.
    • Jamon de Cebo – Schweine, die in Schweinefarmen gezüchtet und mit Naturprodukten gefüttert werden.

    Das teuerste und leckerste davon ist Jamón ibérico de bellota, das selbst in Geschäften zwischen 100 und 200 Euro pro Kilo kostet. Der Schinken ist perfekt konserviert und lässt sich leicht als Geschenk mit nach Hause nehmen. Enrique Tomas, mit Geschäften in ganz Spanien, ist auf seinen Verkauf spezialisiert.

    Einige der häufigsten Tapas

    • Chorizo und Chistorra – scharfe Wurst
    • Patatas Bravas – Bratkartoffeln mit würziger Mayonnaise
    • Pan con tomate – knuspriges Brot mit Tomaten befeuchtet (besonders beliebt in Katalonien)
    • Jamón – luftgetrockneter Schinken
    • Croquetas – Kroketten mit Béchamelsoße und Schinken/Garnelen oder im Grunde alles, was paniert und frittiert wird
    • Queso Manchego – Käse aus Schafsmilch aus der Provinz La Mancha in Kastilien
    • Tortilla de patata – Kartoffelomelett
    • Mejillones al Vapour – gedämpfte Muscheln
    • Gambas al pil pil oder Gambas al ajillo – Garnelen in Knoblauchöl
    • Calamares Romanas oder Calamares a la Andaluza – Tintenfischringe
    • Albóndigas – Fleischbällchen
    • Chipirones – kleine frittierte Tintenfische
    • Ensaladilla rusa – Russischer Salat

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    Text und Fotos: Ville Ryynänen

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